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Waffen zur Selbstverteidigung

„Freitag 23.00 Uhr, Die Party ist zu Ende und jetzt steht noch der Heimweg durch ein unbeleuchtetes Straßenviertel bevor.“ Wenn Ihnen dieser Satz Unbehagen bereitet, sollten Sie vielleicht über den Kauf einer Selbstverteidigungswaffe nachdenken. Aber was müssen Sie dabei beachten? Was ist erlaubt, was nicht? Hier finden Sie nützliche Tipps über den sicheren Umgang mit Selbstverteidigungswaffen, welche dürfen Sie besitzen und wie wirken diese.

Der rechtliche Aspekt:
Wann darf ich mich selbst verteidigen? Was versteht das Gesetz unter Notwehr und wann kann ich mich darauf berufen? Die rechtliche Seite ist sehr komplex, nichtsdestotrotz muss sie an erster Stelle aufgeführt werden.
§32 Notwehr (1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder anderen abzuwehren.
Damit Sie sich auf Notwehr berufen können, muss also erst einmal eine sogenannte „Notwehrlage“ gegeben sein. Diese muss zum gegenwärtigen Zeitpunkt stattfinden und rechtswidrig sein. Das heißt wir können einen Angreifer den wir am nächsten Tag wieder in der Stadt wiedertreffen seine Tat nicht „heimzahlen“. Rechtswidrig bedeutet, dass der „Angreifer“ auch ein Angreifer sein muss und nicht etwa (hoffentlich nicht durch Sie!) bedroht und damit zum Verteidiger wird.

„Eine schimpfliche Flucht muss niemandem zugemutet werden“ Das ist ein Grundsatz, der von jedem Gericht anerkannt wird. Das bedeutet, dass Sie das Recht haben sich gegen jeden Angriff auf Ihre Person zu verteidigen und nicht erst zu fliehen versuchen müssen. Auch hier gibt es wieder Ausnahmen, bei Kindern, erkennbaren Geisteskranken und Betrunkenen gilt: Wenn man ausweichen kann muss dies auch geschehen. Das gleiche gilt falls Sie den Angreifer durch Worte oder Handeln provoziert haben. Hier ist die „Notwehr“ auf eine Schutzwehr, also rein passives Verhalten beschränkt.

Ein Punkt, der wichtig ist, falls Sie sich mit zur Selbstverteidigung ausgelegten Waffen verteidigen wollen. Nur wenn Sie aus Furcht, Verwirrung oder Schrecken Ihre Notwehrgrenzen überschreiten hilft Ihnen der §33 StGB. Das was Sie getan haben, ist zwar rechtswidrig, aber es wird entschuldigt und Sie können nicht bestraft werden. Seien Sie also vorsichtig beim Einsatz von Waffen. Wenn Sie einem Angreifer der Sie noch nicht körperlich angegriffen hat mit einem Elektroschocker an die Weichteile gehen, haben Sie Ihre „Notwehrgrenzen“ eindeutig überschritten. Denn der Elektroschocker kann an empfindlichen Körperstellen bleibende körperliche Schäden verursachen. In solchen Fällen wird es schwierig für Sie, nachzuweisen, dass Sie sich einer der genannten Ausnahmesituationen befunden haben. Unter Umständen kann der Angreifer nun seinerseits Sie wegen Körperverletzung anklagen.

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